Film / Fernsehen
Schon mit Beginn der Publikation des ersten Orff-Schulwerks > „Elementare Musikübung“ war Orff an einer Verbreitung durch die Technischen Medien interessiert (> Rundfunk). Nach dem 2. Weltkrieg erschien das zweite Schulwerk > „Musik für Kinder“ in den Jahren 1950-1954. 1955 beginnt mit dem Kurzfilm „Musik für Kinder nach dem Schulwerk von Carl Orff“, produziert von der „Neuen Kulturfilmgesellschaft“, eine Reihe von audiovisuellen Dokumentationen, die einen Blick auf die Realisierung in unterschiedlich Kontexten ermöglichen.
„Musik für Kinder nach dem Schulwerk von Carl Orff“ (1955)
Alle Aktivitäten mit Musik und Bewegung wurden von Gunild Keetman (Fischer 2009, S. 66) geplant und geleitet. Den szenischen Rahmen bilden ein Wohnblock und der dazugehörende Hof. Man Kinder rufen Abzählreime wie z.B. „Ene bene subtrahene“ führen einen Reigentanz „Ringel, Ringel, Reiha“ (Orff/Keetman: Musik für Kinder, Bd. 1, S. 9) mit Gesang aus. Orff war diese Verortung der Schulwerkpraxis in den am Anfang der 1950er Jahre noch verbreiteten Lied- und Bewegungsspielen besonders wichtig.
Die Szenerie wird mit Schlagwerk, Singen und Tanzen erweitert. Ein Kind legt Klangstäbe in pentatonischer Folge auf ein > Xylophon. Eine Erklärung zu > Pentatonik und > Bordun folgt. Ein Bordun wird mit gezupfter Gambe und Xylophon realisiert, kleine Ostinati der Xylophone folgen. Zu einem erweiterten Ensemble mit Gambe, Blockflöten, Stabspielen und Pauke schlägt ein Mädchen den Rhythmus mit Stäben und tanzt um eine Pauke. Schlagstäbe und Tanz erinnern an zwei Tanzgestaltungen der > Günther-Schule, den „Paukentanz“ und den „Tanz mit Stäben“ (Orff 1976, S. 190f.). Der Gebrauch der Gambe geht auf Gertrud Orff-Willert, die zweite Frau von Orff zurück. Sie hat am Schulwerk der 1950er Jahre (Köllinger 2018, 23f. & 136f.) mitgearbeitet.
Das Volkslied „So treiben wir den Winter aus“ aus dem 16. Jahrhundert bildet das Material für eine szenische Gestaltung des Winteraustreibens. Dazu Solotanz im Stil des Studios Suse Böhm (Kreye 1965).
„Orff-Schulwerk: Rhythmisch-melodische Erziehung“ (1959)
1959 produziert das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
den Film „Orff-Schulwerk: Rhythmisch-melodische Erziehung“, von Gunild Keetman geplant und unter Mitwirkung ihrer Schülerin Minna Ronnefeld realisiert. Der Titel spielt an Orffs grundlegendes Heft > „Rhythmisch-melodische Übung“ aus dem ersten Schulwerk „Elementare Musikübung“ (1931-1933) an. Der Film zeigt Kindergruppen, die gymnastische und tänzerische Bewegungen ausführen und wurde wahrscheinlich im Studio Suse Böhm in München aufgenommen. Die folgenden Aufnahmen zeigen Übungen mit > Klanggesten wie z.B. das Echospiel und das > Rondospiel, das durch Improvisationen einzelner Kinder erweitert wird. Dann folgen Lieder mit Instrumentalbegleitung und Klanggesten: „Sieh Beck, hastn Weck“ (Musik für Kinder Bd. 1, S. 3), „Bim bam Böckchen“ (ebd. S. 8), „Jungfer in dem roten Rock“ (Musik für Kinder, Bd. 2, S. 28) und das Sprechstück „Hexen-Einmal-Eins“ (Musik für Kinder, Bd. 5, S. 124). Jedes Liedbeispiel wird durch eine > Sprechübung vorbereitet.
„Kinder musizieren Orffsches Schulwerk“ (1957-1960)
In der Fernseh-Reihe „Kinder musizieren Orffsches Schulwerk“ (1957-1960, 18 Folgen) agieren Keetman und Orffs Tochter, die Schauspielerin Godela Orff (G. Orff 1992, 91f.) gemeinsam. Die Reihe spiegelt das Schulwerk noch vor der Gründung des Orff-Instituts (Widmer 2011) 1960 in Salzburg. Sie folgt weitgehend der Publikation Orff-Schulwerk „Musik für Kinder“. Den formalen Rahmen jeder Sendung bilden das akustische Signal der Kuckucksterz und das Titelblatt der Publikation am Anfang jeder Sendung sowie eine Partiturseite und die Kuckucksterz am Schluss der Sendung. Jede Stunde hat eine methodische Struktur, die für die Kinder klar zu erkennen ist. Meist wird das Rahmenthema explizit bekannt gegeben. Der Ablauf beruht auf einer Aufgabentrennung: Godela führt kurz in die Sendung ein, knüpft an vergangene Sendungen an, erklärt neue Begriffe und das jeweilige Vorgehen. Keetman realisiert mit den Kindern die musikalischen Verhaltensweisen, wie rhythmisches Sprechen, Klanggesten (> Körperperkussion), Singen und Instrumentalspiel.
Folge 1:
Zweitonruf g‘ – e‘ singen, an die Tafel schreiben, Verbindung der Sprechübung mit dem Singen, pentatonische Formel auf Instrumenten und auf dem Gläserspiel. Der Sprechübung wird die kleine Terz hinzugefügt. Kinder rufen ihre Namen. Der Abzählreim „Ene bene subtrahene“ wird zuerst rhythmisch gesprochen, das Kinderlied „Sieh Beck, hast‘n Weck“ ebenso. Godela erklärt den Textinhalt, Keetman übt mit den Kindern verschiedene Klanggesten (> Körperperkussion). Instrumente spielen dazu pentatonische Formeln, Basston C auf einer Gambe.
Folge 2:
Zweitonruf in Verbindung mit den beiden Liedern „Sieh Beck, hast’n Weck“ und „Lirum larum Löffelstiel“. Rhythmisches Sprechen und mit Klanggesten begleiten. Dazu kommen „Backe, backe Kuchen“ und „Schneck, Schneck, komm heraus“. Holzblocktrommel, Triangel und Zimbel werden benannt und gespielt. Zu dem Vers „Wirrle, warrle, was ist das?“ („Musik für Kinder“ Bd. 1, S. 18) sollen die Kinder eine Melodie und eine Begleitung finden.
Folge 3:
Das Thema „Musik erfinden“ beginnt mit Entspannungsübungen, Klanggesten und einer Echo-Übung mit der Rahmentrommel. Zum Inhalt „Rondo“ wird die Rondoform erklärt. Kinder spielen auf der Holzblocktrommel Soli zum Refrain. Der Vers „Wirrle, warrle, was ist das“ erst als Sprechübung, dann instrumental begleitet. Präsentation von eingesendeten Partituren von Kindern. Gruppe realisiert eine davon.
Je weiter die Sendungen fortschreiten, desto größer wird der Anspruch an die verschiedenen Fertigkeiten und an die Vielfalt der Themen in einer Sendung, wie z.B. in der
Folge 15:
Das Thema Lieder mit Instrumentalbegleitung fordert von den Kindern drei Lieder (aus Bd. 2 der „Musik für Kinder) mit Begleitung und tänzerischer Bewegung bzw. szenischer Darstellung.
Orff-Schulwerk in Japan (1962)
1962 besuchen Carl Orff und Gunild Keetman Japan, wo das Schulwerk in der Musikpädagogik schon Fuß gefasst hat. Die beiden Videos berichten über zwei große Präsentationen des Orff-Schulwerks in einem Konzertsaal der Musashino-Akademie in Tokio, die vom Japanischen Fernsehen NHK aufgezeichnet wurden. Der Dolmetscher Keisei Sakka überträgt Keetmans Anweisungen ins Japanische. Die Filme sollen die japanische Musikpädagogik mit den Protagonisten Keetman und Orff bekannt machen und Überzeugungsarbeit für das Schulwerk leisten.
- Präsentation (hier „Aufführung“ genannt)
Die Inszenierung entspricht einer Konzertaufführung: Die Kinder und Studierenden sitzen mit den Instrumenten auf einer Bühne, Keetman agiert davor als leitende Pädagogin und Dirigentin.
Kanon „Ding, dong, digidigi, dong“ (Musik für Kinder, Bd. 1, S. 26) einstimmig, dann als Kanon. Es folgen Rhythmen mit den Klanggesten Klatschen und Patschen. Keetman übergibt ihre Rolle als Dirigentin an eine Schülerin.
Instrumentarium: Keetman spielt eine Bordunformel und einen Rhythmus auf zwei Pauken vor, die Schüler spielen nach. Keetman baut mit den Schülern eine Bordunstruktur auf, die sie in ihrem Buch „Elementaria“ (Stuttgart 1970, S. 78ff.) „Geschichtete Ostinati“ nennt. Klanggesten und Schellentrommel dazu. Keetman zeigt Schlagtechnik auf Instrumenten. Tutti und Solophrasen, zu denen Keetman auf der Blockflöte improvisiert. Größere Schülerinnen singen und spielen auf Blockflöten dazu.
- Aufführung
Orff sagt dieses Programm selbst an, der Dolmetscher übersetzt. Keetman begrüßt das Publikum mit dem japanischen „Konichiwa“.
Ein Rondospiel wird durch rhythmische Übungen mit Klanggesten vorbereitet. Einzelne Kinder improvisieren dazu auf der Blockflöte. Auf ein Echospiel vom Einfachen zum Schwierigen folgt das Rondospiel, bei dem einzelne Kinder improvisieren. Zur Arbeit mit jungen Erwachsenen gibt Orff zunächst Erklärungen zum Spiel auf den Instrumenten. Auf einzelnen Instrumenten wird mit einer Tonleiter der Klang vorgeführt. Verschiedene Stücke von Keetman auf C-Bordun. Kanon „Ding, dong“. Eine Kindergruppe singt einstimmig ein japanisches Lied, dann Erwachsene mit einem zweistimmigen Lied.
Aufführung des Lügenmärchens „Ich saß auf einem Birnenbaum“ (Musik für Kinder Bd. 2, S. 46ff.). Weiteres kleines Schlagwerk wird vorgestellt. Ein Kind dirigiert eine Liedmelodie mit einer Blockflöte und mit Geigen.
„Das Orff-Schulwerk“ (1966-1970)
In der Fernsehreihe „Das Orff-Schulwerk“ begegnen sich das klassische Orff-Schulwerk unter dem Einfluss von Keetman und dem Studio Suse Böhm mit der von Dozenten des Orff-Instituts weiterentwickelten Konzeption. Diese Dokumentation stellt deshalb eine wichtige historische Quelle dar.
Nach dem Bericht „Das Orff-Institut“ über die 1960 gegründete Institution produzierte der Bayerische Rundfunk in seinem Fernsehprogramm sechs Folgen „Das Orff-Schulwerk“, die nach inhaltlichen Aspekten aufgebaut sind:
Folge 1: Die Instrumente
Folge 2: Musik und Bewegung (2 Teile)
Folge 3: Improvisation
Folge 4: Folklore/Reflexe (2 Teile).
Der Beginn mit den sog. > Orff-Instrumenten entspricht dem Aufsehen, das die fremdartig anmutenden Instrumente bei Pädagogen in den 1950er Jahren von Anfang an erregten. Historisch gesehen bilden die perkussiven Instrumente auch in Orffs Werkstatt, der > Günther-Schule in München die Initialzündung für einen Musikbegriff, der die ästhetischen Grenzen der abendländischen Kunstmusik übers schreitet. Die Folge 2 betont die enge Verbindung von Bewegung und Musik, wie sie in der Werkstattarbeit der Günther-Schule zu einer künstlerischen Ausdrucksform entwickelt wurde. Die Improvisation ist die fundamentale Werkstattpraxis der > Elementaren Musik im Sinne Orffs. Diese drei Aspekte entsprechen der Definition der Elementaren Musik, wie sie von M. Kugler in seinem Aufsatz „Motion, Perkussion, Improvisation“ entwickelt wurde (Kugler 2003). Die Folge vier berichtet über „Die interkulturelle Dimension des Orff-Schulwerks“ (Kugler 2008). Der Titel dieser zweiteiligen Folge „Folklore/Reflexe“ verweist auf die produktive Begegnung von Schulwerk-Dozenten mit bodenständigen Musikkulturen hin. Sie reflektiert Wirkungen und Rückwirkung auf Theorie und Praxis am Orff-Institut in Salzburg, wie sie dann ausführlich in der Folge „Mit Xylophon und Fantasie“ dargestellt ist.
„Mit Xylophon und Fantasie“
Diese Reihe von Werner Lütje entstand für die Firma „Film für Information und Bildung“ vom Ende der 1970er Jahre bis zum Internationalen Symposion Orff-Schulwerk von 1985 „Orff-Schulwerk in der Welt von Morgen“ (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst 1985). Sie dokumentiert, zu welchen Ergebnissen Orffs kulturüberschreitendes Konzept der Elementaren Musik im Schulwerk in verschiedenen Ländern geführt hat.
- Basisfolge
Einführung in das Filmprojekt, Theaterschaffen und künstlerische Konzeption Orffs. Beispiele aus der Schulpraxis und Beispiele aus der Arbeit des Orff-Instituts in Salzburg. Den Rahmen für diesen ausführlichen Teil bildet das Orff-Schulwerk Symposion 1985. Orff-Pädagogen aus unterschiedlichen Kulturen präsentieren Arbeiten mit dem Orff-Schulwerk aus ihrem Land, Arbeiten aus dem Orff-Institut von Werner Stadler, Rudolf Schingerling (beide Perkussion), Hermann Regner und Barbara Haselbach. Einblicke in Inhalte und Methoden. Orff und seine Frau Liselotte, Gunild Keetman sowie Tanzpädagogin Maja Lex (aus der > Günther-Schule) erscheinen im Bild.
- Das Orff-Schulwerk in den USA und Kanada.
Erster Abschnitt: Doreen Hall, die schon 1954 das Orff-Institut besucht hatte, berichtet von der ersten internationalen Fachtagung in Toronto 1962 mit Orff, Keetman, W. Keller, B. Haselbach und L. Flach (vgl. dazu Walter 1964, S. 155ff.). Schulwerk-Pädagoginnen präsentieren mit Kindern ein Jahreszeitenspiel der indigenen Völker („Indianer“ und „Eskimos“). Zweiter Abschnitt: Orff-Pädagoge Joachim Muthesius, ein Mann der ersten Stunde, erzählt von der Gründung der Amerikanischen Orff-Schulwerk-Gesellschaft (AOSA) und dem Austausch mit dem Orff-Institut. Zum Orff-Schulwerk Symposion 1975 kommt der Amerikaner Avon Gillespie nach Salzburg und hält ein Seminar. Beispiele mit Muthesius folgen: Bolero, Spiritual, „Gassenhauer“ (Orff/Keetman), israelischer Tanz.
- Das Orff-Schulwerk in Argentinien.
Kurze Charakterisierung von Buenos Aires und dem Tango. Im Verlauf mehrere Statements von Guillermo Graetzer (Orff-Schulwerk Pionier in Argentinien) über Entwicklung und Verbreitung des Schulwerks. Unterrichtsbeispiele aus der Kindergärtnerinnen- und Lehrerausbildung. Tänze aus der Folklore, Sprechübungen, freie Improvisation, Schattenspiel, Verwendung von Gitarren sowie von Blockflöten in der Art der südamerikanischen Queñas.
- Das Orff-Schulwerk in Thailand.
Land, tropisches Flair, Kultur, Payap-College mit Musik- und Schulwerk-Ausbildung. Improvisation mit indigenen und europäischen Instrumenten, Unterricht mit H. Regner. Schüler/innen zeigen Musik des Bergvolks Karen. In Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands finden buddhistische Zeremonien statt. Zeremonien spielen im auch im Musikunterricht eine Rolle. Unterricht im Gongspiel. Orff-Seminar mit Diskussion über traditionelle Musik und die Möglichkeiten einer Anwendung des Orff-Schulwerks. Sprachrhythmische Arbeit mit Kindergärtnerinnen und Bewegungsspiel mit Karin Reisenberger vom Orff-Institut. Weitere Beispiele aus dem Kindergarten. Großes Interview mit Anton Regenberg, Leiter des Goethe-Instituts in Bangkok: Die Vorzüge des Orff-Schulwerks liegen im Erneuern der regelverhafteten thailändischen Kultur.
- Das Orff-Schulwerk in Griechenland und Spanien
Griechenland: Orffs dramatisches Schaffen und dessen Verbindung mit der griechischen Antike. Einfachste Übungen für Kinder und Xylophonspiel. Wechselbeziehungen zwischen griechischer Volksmusik und Orff-Schulwerk führen zum Schulwerkkonzept der Musikschule von Polyxene Mathey in Athen. Diskussion mit Kollegin aus Salzburg: Tänzerische Gestaltung als spezifisch griechischer Beitrag zum Schulwerk.
Spanien: Auf dem Platz vor der Kathedrale von Barcelona tanzt man den katalanischen Nationaltanz „Sardana“. Die Orff-Pädagogin Maria Dolores Bonal macht im Elementarunterricht die Musik statt mit den Nationalinstrumenten (Trompete, Schalmei, Klarinette) mit den Blockflöten und den Instrumenten des Schulwerks. Eine Jugendkunstschule mit Musik, Tanz und Malerei. Bewegungsübungen und Musik zum Kasperltheater mit Kindern und die Erörterung des pädagogischen Konzepts. Orff-Schulwerkpraxis in zwei Schulen, Bedeutung der spanischen Musik für den Bildungsprozess. Mädchen erzählen und gestalten das Leben von Garcia Lorca. Eine Gruppe führt Lorcas „Lied von den Sternen“ auf.
- Das Orff-Schulwerk in Japan
Das gesellschaftliche Erscheinungsbild Japans ist geprägt von Disziplin. Seit 1983 ist das Orff-Schulwerk in Japan bekannt. In einer Modellschule in Tokio erarbeitet ein Orff-Pädagoge ein Lied mit Tanz. Auf die > Sprechübung folgt das Lied, zunächst mit Koto begleitet, dann auch von > Orff-Instrumenten. Intermezzo: Traditioneller japanischer höfischer Tanz. Japanische Orff-Pädagoginnen berichten von ihren Schwerpunkten und Ergebnissen bei der Anpassung des OSWs an die japanische Kultur.
Musiklehrer Minami in einem Dorf auf dem Land. An der Mittelschule (12-15jährige) ist vor allem das Trommelspiel beliebt: Rhythmische Pattern, Improvisation, Vortragsstücke. Die Musashino-Akademie in Tokio: Prof. Nachiro Fukui berichtet (vgl. dazu Fukui 1964, S.159f.). Ein Lied mit wenigen Tönen wird gesungen und instrumental begleitet. Instrumente durch japanische ergänzt. Hoher Standard beim Perkussionsspiel.
- Film: Das Orff-Schulwerk in Indonesien und Korea
Der erste Teil berichtet über Aktivitäten auf Bali und Sumatra sowie über Kultur, Wirtschaft, Politik und die Abhängigkeit von der niederländischen Kolonialherrschaft. Diese hat die traditionelle Kultur überdeckt. Ausbildungsstätte auf Sumatra, ausführliches Interview mit einer Orff-Pädagogin, die in Salzburg studiert hat.
Der zweite Teil berichtet über Südkorea. Beispiele aus hochentwickelter traditioneller Musik mit Tanz, die nur von Experten ausgeführt wird. Das Konservatorium in Seoul. Arbeitsergebnisse einer am Orff-Institut ausgebildeten Ordensschwester. Orff-Seminar mit Karin Reisenberger vom Orff-Institut. Prof. Hwang spricht über die Erfolge bei der Begegnung des europäischen Orff-Schulwerks mit koreanischer Musik.
- Film: Das Orff-Schulwerk in Afrika (Ghana)
Beginn mit einer Trauerzeremonie. Dann Besuch in der Staff-Village-School in Accra mit Vorführungen der Kinder. Besuch von Prof. Kwabena Nketia bei Orff am Ammersee. Musiker aus Ghana spielen. Sie sind Lehrer und Studenten des Instituts für Afrikanische Studien der Universität von Ghana in Legon. Interview von Prof. H. Regner mit Prof. Nketia zur Verbindung von westafrikanischer Musik und Orff-Schulwerk (vgl. im Lexikon > Afrikanische Musik). G. Twerefoo, ehemaliger Student am Orff-Institut unterrichtet. Vorführungen: Musik im Kindergarten, größere Kinder mit Märchenspiel. Gegensätze von Tradition und Heute. Wirtschaftliche Aspekte des Landes. Musiker zeigen Trommelsprache, Klangsprachen, dazu Xylophone und verschiedene weitere Instrumente. Auch westliche Musikinstrumente werden hier gelehrt. Unterrichtsbeispiele aus einer Grundschule in Legon.
Literaturhinweise:
Bayerischer Rundfunk (Hg.): Carl Orff im Bayerischen Rundfunk. Dokumentation zum 100. Geburtstag von Carl Orff. Ausgewählt und zusammengestellt von Bettina Hasselbring. München 1995
Fischer, Cornelia: Gunild Keetman und das Orff-Schulwerk. Elementare Musik zwischen künstlerischem und didaktischem Anspruch. Mainz 2009
Fukui, Naohiro: Japan. I. Einführung des Schulwerks, in: Orff-Institut Jahrbuch 1963, Mainz 1964, S. 159-160
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg – Orff-Institut (Hg.): Orff-Schulwerk in der Welt von Morgen. Eine Dokumentation. Salzburg 1985
Köllinger, Sibylle: Gertrud Orff-Willert. Das musikpädagogische und musiktherapeutische Werk. Mainz 2018
Kreye, Barbara: Musik und Bewegung. Bildbericht über die Arbeit mit dem Orff-Schulwerk. München 1965
Kugler, Michael: Motion, Perkussion, Improvisation. In: Hörmann, Stefan u.a. (Hg.): In Sachen Musikpädagogik. Festschrift für E. Nolte. Frankfurt/M. 2003, S. 109-131
Kugler, Michael (Hg.): Elementarer Tanz – Elementare Musik. Die Günther-Schule München 1933 bis 1944. Mainz 2002
Kugler, Michael: Die interkulturelle Dimension des Orff-Schulwerks, in: Pauls, Regina (Hg.): Begegnungen mit Hermann Regner. Hommage zum 80. Geburtstag. Salzburg 2008, S. 21-42 und in: www.orff-schulwerk.de/Aufsätze
Orff, Carl/Keetman, Gunild: Orff-Schulwerk. Musik für Kinder. 5 Bde. Mainz 1950-54
Orff, Godela: Mein Vater und ich. München 1992
Walter, Arnold: Schulwerk-Tagung in Toronto 1962, in: Orff-Institut Jahrbuch 1963. Mainz 1964, S. 155ff.
Widmer, Manuela: Die Pädagogik des Orff-Instituts. Entwicklung und Bedeutung einer einzigartigen kunstpädagogischen Ausbildung. Mainz 2011
Film:
Musik für Kinder nach dem Schulwerk von Carl Orff
Unter Mitwirkung einer Kindergruppe des Mozarteums Salzburg.
Musikalische Leitung: Gunild Keetman
Drehbuch: Paul Müller
Gesamtgestaltung: Heinrich Tichawsky.
Neue Kulturfilmgesellschaft 1955 Film SW 16mm (12‘)
Orff-Schulwerk: Rhythmisch-melodische Erziehung
Aufbau und Leitung: Carl Orff und Gunild Keetman.
Regie: Heinz Tichawsky, Hans Rolf Strobel
Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
München 1959 (Film 16mm) VHS-Kassette im OZM München
Fernsehen:
Kinder musizieren Orffsches Schulwerk
Mit Gunild Keetman und Carl Orff
18 Folgen, 1957 – 1960, Bayerischer Rundfunk, Fernsehen. Jede Folge ca. 30 Minuten
OSW in Japan
Mit Schülern und Studenten der Musashino-Akademie Tokio, Carl Orff, Gunild Keetman und Keisei Sakka (Übersetzer), Orff, Carl/Keetman, Gunild: Die Weihnachtsgeschichte.
Mitwirkende: Tobi-Reiser-Ensemble)
Zwei Aufführungen 1962 (= 2 Filme). Japanisches Fernsehen – NHK 1962
Das Orff-Schulwerk
Folge 1: Die Instrumente
Buch: Carl Orff, Gunild Keetman, Hermann Regner
Redakteur: Rainer Geis
Produktionsleitung: Alexander Malachowsky
Lehrkräfte, Studierende und Kindergruppen des Orff-Instituts Salzburg
Bayerischer Rundfunk 1966
Das Orff-Schulwerk, Folge 2: Musik und Bewegung, Teil 1
Elementare Musik- und Bewegungserziehung mit dem Studio Suse Böhm
Regie: Rainer Geis
Bayerischer Rundfunk 1967
Das Orff-Schulwerk, Folge 3: Musik und Bewegung, Teil 2
Elementare Musik- und Bewegungserziehung mit dem Studio Suse Böhm
Regie: Rainer Geis
Bayerischer Rundfunk 1967
Das Orff-Schulwerk, Folge 4: Improvisation
Regie: Rainer Geis
Kamera: Peter Busler
Bayerischer Rundfunk 1968
Das Orff-Schulwerk, Folge 5: Folklore/Reflexe Teil 1
Buch: Hermann Regner
Regie: Rainer Geis
Bayerischer Rundfunk 1970 (29‘)
Das Orff-Schulwerk, Folge 6: Folklore/Reflexe Teil 2
Buch: Hermann Regner
Redakteur: Rainer Geis
Bayerischer Rundfunk 1970
„Mit Xylophon und Fantasie“
Regie: Werner Lütje
– Basisfolge
– USA und Kanada
– Argentinien
– Thailand
– Griechenland und Spanien
– Japan
– Indonesien und Korea
– Afrika /Ghana
Ich danke Sabine Fröhlich M.A. vom Orff-Zentrum München sehr herzlich für ihre Hilfe bei der Bereitstellung der Filme und der Sende-Texte (Michael Kugler).
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